Dörte Liebetruth stellt Zukunftsfragen zur Ärzteversorgung im Landkreis Verden

Unter dem Motto "SPD vor Ort" waren die SPD-Kreistagsfraktion ein- schließlich ihrer externen Mitglieder sowie der SPD-Kreisvorstand nach Verden gekommen, um unter der Moderation des Fraktionschefs Heiko Oetjen (Oyten) im Hotel "Niedersachsenhof" über die Ärzteversorgung im Landkreis Verden zu debattieren. Anlass dazu bot eine umfangreiche Anfrage zu dieser Thematik von der stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Dörte Liebetruth (Kirchlinteln) an Landrat Peter Bohlmann.

Die Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses beim Landkreis Verden, Dörte Liebetruth, stellt eingangs der SPD-Anfrage dar, dass der Landkreis Verden zwar mit Hausärzten im Mittel  gut versorgt sei. Doch vor allem im ländlichen Raum würden sich bereits jetzt Probleme in der hausärztlichen Versorgung abzeichnen, wie etwa im Zusammenhang mit der Schließung der Praxis in Westen in der Gemeinde Dörverden.

Die Kreistagsabgeordnete Dörte Liebetruth stellt in diesem Zusammenhang für die SPD-Kreistagsfraktion Zukunftsfragen zur Ärzteversorgung im Landkreis an Landrat Peter Bohlmann und macht auf Lösungsansätze und Fördermöglichkeiten durch das Projekt "Gesundheitsregionen Niedersachsen" aufmerksam. Mit Blick auf die Gestaltungsmöglichkeiten des Landkreises Verden hat Dr. Dörte Liebetruth für die SPD-Kreistagsfraktion folgende Fragen an Landrat Peter Bohlmann gerichtet:

1. Welche Erkenntnisse und ggf. neue Verwaltungspraxis hat das vom Bund geförderte Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) mit seinem Projekt "Regionale Daseinsvorsorge" im Hinblick auf die Sicherung der hausärztlichen Versorgung in ländlichen Gemeinden des Landkreises Verden gebracht?

2. Erstellt der Landkreis in Zusammenarbeit mit der Bezirksstelle der KVN regelmäßig eine Übersicht, welche Arztpraxen in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach neu besetzt werden müssen, oder beabsichtigt der Landkreis dies in Zukunft mit der KVN zu tun?

3. Wie beurteilt die Kreisverwaltung die folgenden Ansätze, zur Sicherung der medizinischen Versorgung auch in den ländlichen Bereichen des Landkreises Verden beizutragen:

a. einen finanziellen Zuschuss zur Übernahme bzw. Gründung einer Arztpraxis in einem bestimmten Standort?

b. Stipendien für Medizin studierende, die an die Verpflichtung gekoppelt sind, eine Arztpraxis in einem bestimmten Standort zu übernehmen?

c. eine Unterstützung von Famulaturen in den Praxen der Region?

d. Modelle, bei denen Ärzte durch speziell qualifizierte Fachkräfte z. B. Pflegekräfte entlastet werden?

e. einen Ausbau der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit von medizinisch ambulanter, stationär und pflegerischer Versorgung im regionalen Gesundheitswesen?

f. die Möglichkeit einer Förderung nach der Richtlinie Gesundheitsregionen des Landes Niedersachsen mit den Zielen, die kommunale Strukturbildungen eines Landkreises als Gesundheitsregion zu unterstützen sowie die Entwicklung innovativer medizinischer Versorgungs- und/oder Kooperationsprojekte voranzutreiben? 

Beim Projekt Gesundheitsregionen fördert das Land gemeinsam mit der AOK Niedersachsen, der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KNV), den Ersatzkassen sowie dem BKK-Landesverband Mitte Niedersachsen die kommunale Zusammenabeit und auch innovative Konzepte, die jeweils eine bedarfsgerechte und möglichst wohnortnahe Gesundheitsversorgung zum Ziel haben.

Ferner regt Dr. Dörte Liebetruth an, dass dieses Thema auf die Tagesordnung des Sozial- und Gesundheitsausschusses am 9. Mai gesetzt wird.  Darüber hinaus schlägt die SPD-Kreistagsabgeordnete vor, 

Vertreter der KVN-Bezirksstelle Verden zu besagter Ausschusssitzung einzuladen, um über die aktuelle Versorgungssituation in den Städten und Gemeinden des Landkreises Verden berichten zu lassen.