Fritz-Heiner Hepke: Soziale Dienstleistungen neu bewerten

Auf einer von Dietmar Teubert geleiteten Veranstaltung im Rahmen des Sommerprogrames der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmer-fragen im Landkreis Verden (AfA) hat sich SPD-Sozialexperte Fritz-Heiner Hepke (Uphusen) für eine Neubewertung der Sozialen Dienstleistungen ausgesprochen.

In seinem Eingangsreferat wies SPD-Sozialpolitiker Hepke, der als AWO-Kreisvorsitzender Gast bei der SPD-Arbeitnehmerorganisation war, darauf hin, dass "trotz der guten wirtschaftlichen Lage und anhaltender Rekordbeschäftigung am Arbeitsmarkt nach dem aktuellen Sozialbericht der Bundesregierung Deutschland mittlerweile mehr als 900 Milliarden Euro an Sozialausgaben aufbringen muss".

Dies zeige, so Fritz-Heiner Hepke weiter, welche Dimension die soziale Ungleichheit in Deutschland inzwischen erreicht hat. Er betonte dabei, dass diese Sozialausgaben aber unverzichtbar sind, damit prekäre Beschäftigung, Krankheit, Behinderung, Alter oder Pflegebedürftigkeit nicht zur Armutsfalle werden. Nach Ansicht des SPD-Sozialexperten und AWO-Kreisvorsitzenden Hepke werde jedoch keine Debatte um Leistungskürzungen benötigt, sondern eine Diskussion um die Frage, wie soziale Ungleichheit in einem so reichen Land wie Deutschland besser beseitigt werden kann.

Insbesondere die Sozialbranche leistet nach Hepkes Erkenntnis einen unschätzbaren Beitrag zur Überwindung von sozialer Ungleichheit. Sie dürfe daher nicht lediglich als Kostenfaktor gesehen werden. Vielmehr hat die Sozialbranche und mit ihnen die Angebote der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ein "unschätzbares Potenzial für den Wirtschaftsstandort Deutschland und eine große Schubkraft für mehr Beschäftigung und nachhaltige Entwicklung. Deshalb dürfe die Sozialbranche auch nicht länger im Windschatten anderer Branchen segeln.

Hepke vor der SPD-Arbeitnehmerschaft wörtlich: "Der Gesellschaft darf eine Stunde Reparatur am PKW nicht erheblich mehr wert sein als eine Stunde Pflege für einen alten Menschen oder eine Stunde Bildung, Betreuung und Erziehung für Kinder". Deshalb war Hepke sich in der anschließenden Gesprächsrunde mit dem AfA-Kreisvorsitzenden Dietmar Teubert auch schnell einig dabei, dass Soziale Dienstleistungen, die Menschen helfen, stabilisieren, pflegen und unterstützen, neu bewertet werden müssen. Dazu gehöre auch, dass die sozialen Berufe aufgewertet und besser bezahlt werden müssen.